
CANCOM & Cisco machen Rechenzentren fit für das KI-Zeitalter
Künstliche Intelligenz verändert derzeit nicht nur Geschäftsmodelle, sondern stellt auch die technische Basis vieler Unternehmen fundamental in Frage: das Rechenzentrum. Während klassische IT-Infrastrukturen lange vor allem auf Stabilität und Skalierbarkeit ausgelegt waren, verlangen moderne KI-Workloads heute nach völlig neuen Netzwerk-, Compute- und Storage-Architekturen.
„AI ist nur so leistungsfähig wie das Netzwerk dahinter“, sagt Thomas Gerbafczits, Senior Director Network Solutions bei der CANCOM Austria AG. Gerade bei Large Language Models und Agentic AI würden Performance, Latenz und verlustfreie Datenübertragung zu kritischen Faktoren.
Besonders beim Training großer KI-Modelle müssen enorme Datenmengen zwischen GPU-Clustern bewegt werden. Bereits kleinste Verzögerungen oder Paketverluste wirken sich unmittelbar auf Trainingszeiten und Kosten aus.
„Viele Unternehmen unterschätzen, wie entscheidend das Zusammenspiel aus Netzwerk, Compute und Storage für KI-Workloads ist“, ergänzt Michael Perfler, Senior Director Datacenter Infrastructure Solutions bei der CANCOM Austria AG. „Es reicht nicht mehr aus, einzelne Komponenten isoliert zu betrachten.“
Modulare Plattform
Cisco adressiert diese Anforderungen mit seiner Data-Center-Plattform rund um Nexus-Switches und die ACI-Architektur (Application Centric Infrastructure). Ziel ist es, Netzwerke softwaredefiniert zu betreiben und dynamisch an wechselnde Workloads anzupassen.
Für CANCOM liegt die Stärke dieses Ansatzes vor allem in der Integration. „Unternehmen benötigen heute Plattformen, die Performance, Security und Transparenz gemeinsam adressieren“, sagt Gerbafczits. Netzwerk, Compute und Storage würden zunehmend zu einem orchestrierten Gesamtsystem verschmelzen.
Gleichzeitig stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, bestehende Rechenzentren schrittweise zu modernisieren, ohne laufende Prozesse zu gefährden.
„Die Realität in den meisten Unternehmen ist hybrid“, erklärt Perfler. „Deshalb braucht es Architekturen, die klassische Workloads und moderne KI-Anwendungen parallel unterstützen können.“ Genau hier setze die Zusammenarbeit von CANCOM und Cisco mit modularen Plattformansätzen an.
Performance und Security wachsen zusammen
Neben Performance gewinnt auch die Betriebssicherheit massiv an Bedeutung. KI-Workloads sind häufig geschäftskritisch und stellen hohe Anforderungen an Transparenz und Monitoring.
„Cisco integriert Analytics- und Observability-Funktionen direkt in die Infrastruktur“, erklärt Gerbafczits. Das Unified Cisco Nexus Dashboard fungiere dabei als zentrale Management- und Visibilitätsplattform. Durch die Integration von Splunk könnten Netzwerk-, Security- und Anwendungsdaten in Echtzeit analysiert werden.
Auch im Bereich Storage-Netzwerke sieht CANCOM steigenden Modernisierungsbedarf. Mit der MDS-Serie adressiert Cisco die Anforderungen hochperformanter Storage Area Networks.
„KI-Anwendungen erzeugen enorme Datenvolumina“, sagt Perfler. „Deshalb geht es heute nicht nur um Speicherkapazität, sondern um flexible und hochperformante Speicherarchitekturen.“
AI-ready Infrastruktur als Plattformansatz
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf sogenannten AI-Ready Data Center & Edge-Architekturen. Dabei verfolgt Cisco einen durchgängigen Plattformansatz vom zentralen Rechenzentrum bis hin zu Edge-Standorten.
„Viele KI-Anwendungen benötigen Entscheidungen in Echtzeit – etwa in Industrie- oder IoT-Umgebungen“, erklärt Perfler. Deshalb gewinne die Verarbeitung von Daten direkt am Entstehungsort massiv an Bedeutung.
Mit sogenannten AI Pods geht Cisco noch einen Schritt weiter. Dabei handelt es sich um vorvalidierte Infrastrukturbausteine, die Netzwerk, GPU-basierte Compute-Systeme und Storage in einer abgestimmten Architektur kombinieren.
„Der große Vorteil dieser AI Pods liegt in der schnellen Implementierung und geringeren Integrationsrisiken“, sagt Perfler. Unternehmen könnten dadurch deutlich schneller produktive KI-Umgebungen aufbauen.
Parallel dazu rückt auch Security stärker in den Mittelpunkt. „Security ist heute kein Add-on mehr, sondern integraler Bestandteil der Netzwerkarchitektur“, betont Gerbafczits. Cisco setze dabei auf neue Sicherheitsansätze wie Hypershield oder Hybrid Mesh Firewall.
Ganzheitliche Transformation statt Einzelprojekt
Für CANCOM und Cisco ist klar: Der Aufbau eines AI-ready Data Centers ist kein punktuelles Upgrade, sondern eine strategische Transformation. „Unternehmen müssen ihre Infrastruktur ganzheitlich neu denken“, sagt Perfler. Entscheidend sei das Zusammenspiel von Architektur, Betrieb, Security und Automatisierung.
Die technologische Basis dafür sei heute vorhanden. „Cisco liefert die Plattformen, wir formen daraus gemeinsam mit unseren Kunden maßgeschneiderte End-to-End-Lösungen. Als führender Cisco-Partner Österreichs unterstützen wir unsere Kunden mit höchster technischer Expertise – von der strategischen Beratung über Planung und Design bis hin zu Implementierung, Betrieb und kontinuierlicher Weiterentwicklung“, erklärt Gerbafczits. Angesichts der rasanten Entwicklung im KI-Umfeld werde die Geschwindigkeit der Modernisierung zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.