
Sind näher am Kunden denn je
Die vergangenen Jahre waren für CANCOM Austria von tiefgreifenden Veränderungen geprägt. Mit der Aufnahme der ehemaligen Kapsch BusinessCom AG in die deutsche CANCOM Gruppe im Jahr 2023 wurden auch kulturelle und strategische Weichen im Österreichischen Markt neu gestellt. Heute ist das Unternehmen am besten Weg zu einem modernen, kundenzentrierten Systemintegrator für den Österreichischen Markt. »Insgesamt entwickelt sich das Unternehmen sehr positiv«, sagt Dietmar Wiesinger. »Wir können heute auf ein breiteres Portfolio zugreifen als jemals zuvor und können dadurch echte IT-Innovationen zu unseren Kunden bringen.« Die CANCOM Austria Gruppe umfasst neben Österreich auch Aktivitäten in der Schweiz, in Rumänien sowie einen Entwicklungshub in Tschechien. Gleichzeitig betont Wiesinger, dass trotz der Einbindung in die internationale Gruppe die unternehmerische Eigenständigkeit erhalten geblieben sei. »Als integraler Bestandteil der CANCOM Gruppe verfügen wir heute über große Freiheiten, um unser Geschäft eigenständig und zielgerichtet weiterzuentwickeln.« Auch Bernd Eder sieht das Unternehmen auf einem guten Weg. Die Kultur wandelt sich und es gelingt sehr gut junge Mitarbeitende für die Zusammenarbeit an den wichtigen Themen für die IT von morgen zu begeistern. »Wir sind organisatorisch wie auch in der Führung deutlich gereift«, erklärt er. »Mit dem aktuellen Setup und der starken Einbettung in die Gruppe können wir heute sehr klar und entschlossen im österreichischen Markt auftreten.« Dabei verweist Eder insbesondere auf die Marktposition des Unternehmens: »Wir sind der größte Systemintegrator in Österreich und verfügen über die größte installierte technologische Basis im Markt und haben eine spannende Transformationsreise mit unseren Kunden vor uns.«
Kulturwandel als entscheidender Faktor
Die größten Auswirkungen der Transformation sieht die neue Führung weniger im Marktauftritt als vielmehr innerhalb der Organisation selbst. Für Eder liegt der entscheidende Unterschied in der Art der Zusammenarbeit und Führung. »Die wesentlichen Entwicklungen zeigen sich vor allem auf kultureller und organisatorischer Ebene«, betont er. Der Übergang von einem eigentümergeführten Unternehmen hin zu einer managementorientierten Struktur habe die Zusammenarbeit nachhaltig verändert. »Wir agieren heute als Manager innerhalb der Organisation. Starre, alte Strukturen werden aufgebrochen und alle haben die Möglichkeit einen aktiven Beitrag zu leisten.« Im Mittelpunkt stünden Leistung, Zusammenarbeit und der gemeinsame Erfolg für den Kunden.
Gleichzeitig sei die Führung heute deutlich näher an den Teams als früher. »Die Zusammenarbeit ist intensiver, direkter und stärker auf Austausch ausgelegt«, sagt Eder. Genau diese größere Nähe und Interesse an echter Innovation seien zentrale Elemente der kulturellen Weiterentwicklung. Auch Wiesinger sieht in der Aufnahme in die CANCOM Gruppe vor allem operative Vorteile. Das Ziel der Transformation sei gewesen, Kunden ein breiteres und leistungsfähigeres Portfolio anzubieten – ein Anspruch, der mittlerweile sichtbar umgesetzt werde. So profitiere CANCOM Austria heute unter anderem von digitalen Vertriebskanälen wie einem gruppenweiten Webshop oder einem integrierten Marketplace für Lizenzthemen.
Internationale Stärke, lokale Nähe
Trotz der stärkeren internationalen Ausrichtung sieht sich CANCOM Austria weiterhin klar als regional verankerter IT-Partner. Genau diese Kombination aus internationaler Skalierung und lokaler Nähe betrachten die beiden Vorstände als strategischen Vorteil. »Die breite und gewachsene Partnerlandschaft ist ein zentraler Vorteil für unsere Kunden«, erklärt Wiesinger. Sie ermögliche es, Lösungen technologieoffen zu entwickeln und exakt auf individuelle Anforderungen zuzuschneiden. Gleichzeitig wachse die Bedeutung von Managed Services und Betriebsverantwortung kontinuierlich. »Gerade in sensiblen Bereichen und bei kritischer Infrastruktur profitieren Kunden von unserer langjährigen Erfahrung und hohen Vertrauensbasis«, betont Wiesinger. Für Eder eröffnet die stärkere internationale Vernetzung vor allem zusätzliche Möglichkeiten bei gleichzeitig klarer regionaler Verankerung. »Wir agieren heute stärker im internationalen Kontext und nutzen diese Perspektive gezielt, ohne die Nähe zum Kunden zu verlieren«, sagt er.
Digitale Souveränität als Managementfrage
Ein zentrales Thema vieler Kundengespräche ist derzeit digitale Souveränität. Dabei warnen beide Vorstände davor, den Begriff auf reine Infrastrukturfragen zu reduzieren. »Digitale Souveränität darf nicht mit Autarkie verwechselt werden«, sagt Wiesinger. Vollständige Unabhängigkeit sei in einer global vernetzten Wirtschaft weder realistisch noch sinnvoll. Vielmehr gehe es darum, bewusst mit Abhängigkeiten umzugehen und zu verstehen, welche Daten und Systeme für das eigene Geschäft kritisch seien. Unternehmen beschäftigten sich zunehmend mit Fragen rund um Datensicherheit, geopolitische Risiken und regulatorische Anforderungen. »Heute ist digitale Souveränität fester Bestandteil vieler Gespräche auf Managementebene«, erklärt Wiesinger. Auch Eder sieht darin längst keine rein technische Diskussion mehr. »Digitale Souveränität beschreibt letztlich die Fähigkeit, technologischeund wirtschaftliche Entscheidungen selbstbestimmt treffen zu können.« Systemintegratoren werden dadurch zunehmend zu strategischen Sparring-Partnern für ihre Kunden. Dies wiederum braucht neue Ansätze, innovative Mitarbeitende und vertrauen in der Zusammenarbeit. Entsprechend kritisch sehen beide eine vereinfachte Debatte rund um Cloud versus On-Premise. »Digitale Souveränität lässt sich nicht auf die Frage Cloud oder On-Premise reduzieren«, erklärt Wiesinger. Entscheidend sei vielmehr, welche Lösung für welchen Anwendungsfall sinnvoll sei.
Lokale Kompetenz bleibt entscheidend
Trotz internationaler Konzernstrukturen sehen beide Vorstände die lokale Umsetzungskompetenz weiterhin als entscheidenden Erfolgsfaktor. »Der zentrale Mehrwert unseres Geschäfts liegt in den Fähigkeiten unserer Mitarbeitenden«, sagt Wiesinger. Kunden würden sich aufgrund dieser Kompetenz und des über Jahre aufgebauten Vertrauens bewusst für CANCOM entscheiden. Besonders im Security-Umfeld spiele die regionale Verankerung eine zentrale Rolle. »Unsere Kunden erwarten zu Recht, dass Projekte mit lokalen Ressourcen umgesetzt werden und nicht aus anonymen Nearshore-Strukturen heraus erfolgen«, erklärt Wiesinger. Ein Beispiel für die Verbindung aus internationaler Technologie und lokaler Lösungsentwicklung sieht Eder in der Zusammenarbeit mit Cisco. »Cisco agiert stärker als Enabler und überlässt die konkrete Ausgestaltung bewusst dem lokalen Systemintegrator«, erklärt er. Dadurch entstehe ein größerer Gestaltungsspielraum, um Lösungen exakt an die Anforderungen des jeweiligen Marktes anzupassen. Es entsteht ein Mehrwert für den Kunden durch großen strategischen Fit und Zukunftsfähigkeit. Die Zeiten, rein über Preis und Verfügbarkeit zu verkaufen, seien vorbei.
KI verändert Bedeutung von Infrastruktur
Besonders dynamisch entwickelt sich derzeit das Thema künstliche Intelligenz. Für Wiesinger steht fest, dass KI die Rolle der IT-Infrastruktur grundlegend verändert. »Mit dem Aufkommen von künstlicher Intelligenz rückt die digitale Infrastruktur wieder deutlich stärker in den Fokus«, sagt er. Was lange Zeit als Commodity betrachtet worden sei, gewinne nun wieder strategische Bedeutung. Die Auswirkungen seien bereits weltweit sichtbar. »Die Nachfrage nach leistungsfähiger Hardware ist stark gestiegen«, erklärt Wiesinger. Vor allem bei Speicher- und Chipkapazitäten komme es zu deutlichen Engpässen bei Verfügbarkeit, Lieferzeiten und Preisen. Auch in diesem Bereich sei es daher nötig, seine strategischen Hausaufgaben zu erledigen und zu erarbeiten wie mit KI Wettbewerbsvorteile erzielt werden können. »Die aktuelle Entwicklung rund um künstliche Intelligenz eröffnet enorme Chancen, und wer diese nicht nutzt, riskiert langfristig Wettbewerbsnachteile«, betont Wiesinger. Europa werde zwar vermutlich keine dominante Rolle bei der Entwicklung großer Basismodelle spielen, verfüge aber über erhebliche Stärken bei spezialisierten KI-Anwendungen und branchenspezifischen Lösungen.
Vom Copilot zur Prozessautomatisierung
Während viele Unternehmen erste Erfahrungen mit KI-gestützten Arbeitsplatztools gesammelt haben, sieht Wiesinger den eigentlichen Mehrwert vor allem in der Integration von KI in operative Abläufe. »Der größte Hebel entsteht dort, wo künstliche Intelligenz direkt in zentrale Unternehmensprozesse eingebunden wird«, erklärt er. Wenn etwa Angebotserstellung oder Kundeninteraktionen deutlich effizienter gestaltet werden könnten, entstehe unmittelbarer wirtschaftlicher Nutzen. Auch Eder erkennt bereits klare Muster beim praktischen Einsatz von KI. »Auf die breite Verwendung von Sprachmodellen folgt nun eine Phase, in der vor allem standardisierte, transaktionsbasierte Prozesse automatisiert werden«, erklärt er. Dadurch entstehen in allen Unternehmensbereichen Effizienz-Potentiale. Gleichzeitig bleibe der Mensch in vielen Bereichen unverzichtbar. »Dort, wo Erfahrung, Kontextverständnis und persönliche Interaktion eine große Rolle spielen, bleibt der Mensch ein entscheidender Faktor. Der Mensch spielt in unserem Geschäftsmodell mit seiner Erfahrung, seinem Kontextverständnis und einem kundenfokussierten Mindset die größte Rolle. Das wird auch so bleiben.«
Fokus auf Security, KI & Managed Services
Für die kommenden Monate sieht die neue Führung keinen Bedarf an radikalen Kurswechseln. Vielmehr gehe es darum, die bestehende Position konsequent auszubauen. An erster Stelle nennt Dietmar Wiesinger Security, wo CANCOM Austria bereits heute eine starke Marktposition innehabe. Ebenso im Mittelpunkt stehe künstliche Intelligenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Beratung und Implementierung bis hin zu Betrieb und Infrastruktur. Besonders wichtig bleiben zudem Managed Services. Viele Unternehmen hätten zunehmend Schwierigkeiten, Kompetenzen und Ressourcen langfristig sicherzustellen oder regulatorische Anforderungen effizient zu erfüllen. »Hier bieten wir skalierbare Leistungen, die gezielt entlasten«, erklärt Wiesinger. Für Eder wird entscheidend sein, trotz der hohen Dynamik im Markt klare Prioritäten und echte Innovation umzusetzen.« Gerade in turbulenten Zeiten, ist die Versuchung groß, in alten Strukturen und Machtgefügen zu verharren«. Gerade deshalb brauche es jetzt Kundennähe, echte Veränderungsbereitschaft und die Besinnung auf die Stärken des Unternehmens. »Wir sehen es als unsere Aufgabe, aktiv auf Kunden zuzugehen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die Orientierung und Stabilität bieten.« Mit dieser Mischung aus technologischer Breite, regionaler Nähe und Innovation will CANCOM Austria die nächste Wachstumsphase gestalten. Die Botschaft des neuen Vorstands-Duos ist dabei eindeutig: Das Unternehmen ist auf einem guten Weg zum modernen Systemintegrator für den Österreichischen IT-Markt und ist näher am Kunden als jemals zuvor.