
Vom Cyber Resilience Act über MPDG bis NIS2: Regeln und Normen als Chance und Innovationstreiber
Drei strategische Handlungsfelder zur Verbesserung der Cybersicherheit
Die EU-Strategie zur Verbesserung der Cybersicherheit umfasst drei Aktionsbereiche:
- Resilienz, technische Souveränität und Führungsqualitäten
- Operative Fähigkeit zur Pravention, Abschreckung und Reaktion
- Zusammenarbeit zur Forderung des globalen und offenen Cyberspace
Dazu heißt es in der entsprechenden Policy: „Wenn der Übergang zur Digitalisierung erfolgreich sein soll, müssen die europäischen Bürger und Unternehmen in der Lage sein, von neuen Technologien zu profitieren, ohne ihre Cybersicherheit zu beeinträchtigen. Die Cybersicherheitsstrategie der EU zielt darauf ab, unsere kollektive Cybersicherheit und unsere Reaktion auf Cyberangriffe zu stärken. Sie wird ein stabiles und sicheres globales Internet aufbauen, in dem Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und demokratische Werte geschützt werden. Cybersicherheit ist auch ein Schlusselbereich des Programms Digitales Europa. Das Programm zielt darauf ab, die Koordinierung der Cybersicherheit zwischen den EU-Ländern zu starken und die Widerstandsfähigkeit der EU-Länder gegenüber Cyberangriffen zu finanzieren“.1
Gemeinsamkeiten & Unterschiede – Am Beispiel NIS2 & DORA

Von der Pflicht zur Chance: Wie NIS2 und DORA Innovation ermöglichen
Ein Großteil der Unternehmen haben Informationssicherheit und die damit zusammenhängenden regulatorischen Anforderungen als strategisches Asset begriffen. Regelungen wie NIS2 oder der Digital Resilience Act gehören inzwischen zum daily business „Die meisten unserer Kunden sind NIS2-pflichtig“, sagt Thomas Seiler, CISO von CANCOM Osterreich. „Und wir von CANCOM als Service- und Lösungspartner für kritische Infrastrukturen sind ebenfalls NIS2-zertifiziert. Wir sitzen also gewissermaßen mit unseren Kunden in einem Boot und verfügen über das Wissen, wie wir die entsprechenden Probleme lösen können.“ Paragraphen und Gesetze, das ist zwar trockene und anstrengende Materie, aber ohne geht es nicht. Das weiß auch Dierk Lucyga, Principal Security Architect bei CANCOM: „Regulatorik und ihre Umsetzung? Wir sind keine Spaßbremsen, wir sind nicht die Geschäftsverhinderungsabteilung, sondern im Gegenteil, wir sind die Geschäftsermöglichungsabteilung“. Denn für Unternehmen und deren Management ergeben sich dank der strategischen Assets und Spezialisierungen, die in Regulatorien wie NIS2 oder DORA stecken, handfeste Innovations- und Geschäftsmöglichkeiten, wenn man die Anforderungen entsprechend umsetzt. „Das ist Chefsache“, sagt Dierk Lucyga, „Regularien können wirksame Hebel für mehr Innovation und Zukunftssicherheit sein“.
Wenn Regulatorik für Cybersicherheit echten Mehrwert schafft
Die strategische und technologische Umsetzung von Regulatorien in Unternehmen schafft echte Mehrwerte.
Stichwort Kosten: Kürzere Reaktionszeiten verkürzen die Dwell Time und senken so Vorfallskosten, Automation und Runbooks treiben den Incident-Lifecycle voran, Übungen beschleunigen die Reaktion und erhöhen ihre Qualität signifikant.
Bei der Effizienz: Regulatorik ist nicht nur Kostenstelle, sondern liefert messbaren Effizienzgewinn. Automation senkt OPEX, reduziert Personalstunden für repetitive Nachweisarbeit, macht operative Exzellenz über KPIs messbar und sorgt durch schnell reagierende, automatisierte Kontrollen für permanente Auditbereitschaft.
Wachstumsmotor: Data Act, NIS2, DORA und weitere Regelungen schaffen neue Chancen. Wer früh startet, vermeidet Chaos im Jahr 2027 und sichert sich Wettbewerbsvorteile durch echte Anbieterwahl. Dabei müssen Sicherheitsaspekte der Portabilität von Anfang an mitgedacht werden.
| Cybersecurity Regularien der EU im Überblick | Cybersecurity Regularien nach Einsatzfeldern |
|---|---|
| NIS2-Richtlinie | Kritische Infrastrukturen und Sektoren: Schutz durch NIS2, CER und sektorale Richtlinien. |
| Digital Operational Resilience Act (DORA) | Lieferketten und Produktsecurity: Cyber Resilience Act und EU Cybersecurity Act adressieren die Sicherheit von Produkten mit digitalen Elementen. |
| Cyber Resilience Act (CRA) | Künstliche Intelligenz: AI Act legt Anforderungen an die Cybersicherheit von Hochrisiko-KI Systemen fest. |
| EU Cybersecurity Act | Zertifizierung und Harmonisierung: Forderung der Zertifizierung von IKT-Produkten und Diensten durch ENISA und EUCC. |
| Critical Entities Resilience Directive (CER) | Fachkräftesicherung: EU Cybersecurity Skills Academy zielt auf die Ausbildung von Cybersicherheitsexperten ab. |
| Data Act | Grenzüberschreitende Zusammenarbeit: Initiativen wie der Cyber Solidarity Act fordern die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten. |
| AI Act | |
| eIDAS 2.0 | |
| EU Cybersecurity Certification Scheme (EUCC) | |
| EU Cybersecurity Skills Academy |


